Tourismus: Wie sieht das Reisen 2021 aus

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Europa bewegt sich von einer Isolation zur anderen. Viele wollen auf den Sommer hoffen. Die meisten Deutschen bleiben jedoch in ihrer Heimat und reisen nachhaltiger.
Viele Touristen möchten noch keine verbindliche Reisereservierung vornehmen. Im Moment sind die Kunden noch sehr vorsichtig und versuchen so spät wie möglich zu buchen. Daher setzt die Tourismusbranche große Hoffnungen auf Impfungen.
Die Reisebranche will verlorenes Vertrauen zurückgewinnen
Umfragen zufolge reisen die Deutschen sehr gern, aber ihre Befürchtungen sind immer noch sehr groß. Im Dezember lagen die vorgebuchten Reisen für den Sommer 2021 um 70% unter dem Vorjahreswert. Laut Reiseverbänden war die Nachfrage nach Osterzeit bislang vorsichtig. Die Trendwende zeigt sich erst nach Pfingsten.
Das Vertrauen der Kunden ist für die Reisebranche sehr wichtig. Im Frühjahr und Sommer 2020 verbreiteten sich Fotos von wiederkehrenden Wanderungen und gestrandeten Touristen auf der ganzen Welt. Dies schreckte viele Kunden ab. Derzeit gibt es Regeln wie die kostenlose Stornierung von Pauschalreisen im Falle einer Reisewarnung zum Ziel. Dies gibt Reisenden mehr Sicherheit. Reiseveranstalter locken auch seit Wochen Menschen mit großzügigen und günstigen Angeboten. Aber für viele sind Unsicherheit und die Frage immer noch relevant: Wohin darf ich im Sommer reisen und was erwartet mich dort?
Jeder, der eine Fahrt bestellt, braucht Sicherheit
Zugegeben, die meisten Vorhersagen basieren auf nichts. Neue Virusmutationen, Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Impfstoffen, Streitigkeiten über das europäische Impfzertifikat, bestehende Reisewarnungen und sich ständig ändernde Einreisebedingungen machen genaue Vorhersagen unmöglich. Deutschland hat seit Ende Januar Reiseverbote für Länder mit weit verbreiteten Virusvarianten, einschließlich beliebter Urlaubsziele wie Portugal, Südafrika und Irland. Heutzutage kann die Reisebranche nur noch von Sicherheitsplanung träumen.
Was im Sommer zu erwarten ist
Trotz aller Eventualitäten ist eines sicher: Die meisten Menschen müssen anders reisen als gewöhnlich. Und selbst wenn bereits Tickets für Griechenland und Spanien für die Sommermonate gebucht wurden, können viele Urlauber dieses Jahr davon absehen, nach Europa zu reisen. Und das trotz der Tatsache, dass fast zwei Drittel der Deutschen ihren jährlichen Urlaub lieber im Ausland verbringen.
Neben möglichen neuen Anforderungen wird die Attraktivität des Urlaubsgebiets in diesem Jahr auch von vielen Faktoren abhängen. Der Aspekt der Sicherheit, der früher eine untergeordnete Rolle spielte, ist für Urlauber äußerst wichtig geworden. Daher wird die Mehrheit der Urlauber 2021 in Deutschland reisen. Dies wird auch durch eine Umfrage des Marketing Research Institute bestätigt: 45 Prozent der Befragten gaben an, 2021 einen Urlaub in ihrem Land zu planen.
In den Alpen und an den Küsten wird es eng
Dies ist ein Hoffnungsschimmer für die deutsche Tourismusbranche, die von den jüngsten Ereignissen hart getroffen wurde. Laut dem Statistischen Bundesamt ging der Umsatz in den ersten 8 Monaten 2020 um 63 Prozent zurück.
Süddeutschland und die Küstenregionen sind 2021 wie im vergangenen Sommer besonders vorteilhaft. Beliebte Reiseziele in den Alpen, in der Nord- und Ostsee sind nach Angaben des Deutschen Ferienhausverbandes bereits während der Haupttourismus-Saison im Juli und August zu rund 65 Prozent belegt. Die Begeisterung im Sommer 2020 war manchmal so groß, dass die Reiseziele völlig überfordert waren. Ausgebuchte Hotels, überfüllte Strände, Menschenmassen in den Bergen, verärgerte Bewohner: All dies deutet auf einen Übertourismus in Deutschland hin. Die Tourismusbranche muss diesen Sommer nach neuen Lösungen suchen. Im Sommer 2021 konnte man besonders belebte Orte meiden und nach Angeboten in anderen Regionen suchen.
Nachhaltiges Reisen: Immer noch im Trend
Wohin auch immer Touristen gehen, grünes Reisen – sei es Wandern, Radfahren oder Camping – ist heute der letzte Schrei. Der Verkauf von Fahrrädern, Campervans und Wohnmobilen ist im vergangenen Jahr in die Höhe geschossen. Wenn es um Unterkünfte geht, wenden sich Reisende zunehmend eher Ferienwohnungen und Campingplätzen als großen Hotels zu. Ferienhäuser und Mobilheime waren im vergangenen Sommer absolut voraus, weil die Menschen gleichzeitig innerhalb ihrer vier Wände reisen und sich zurückziehen konnten. Und dieser Trend wird sich im Sommer 2021 fortsetzen.
Der Outdoor- und Naturtourismus hat schon früher eine wachsende Nachfrage erfahren. Die Nachfrage nach Flugreisen und Kreuzfahrten ist jedoch gesunken und wird nicht so bald zurückkehren.
Die Chancen stehen gut, dass sich dieser Trend nicht nur im Sommer 2021, sondern auch in den kommenden Jahren durchsetzen wird. Ein Drittel der Befragten gab in Umfragen an, dass sie ihr Reiseverhalten im Vergleich zu früher ändern möchten. Viele haben touristische Ziele in Deutschland entdeckt, an die sie noch nie gedacht hatten.

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